Pilgern auf dem Jakobsweg
Die Suche nach der Quelle des Christentums

 

Buchbesprechung  ( Schriftsteller: Jonas-Philipp Dallmann)

Zoran, der autobiographische Icherzähler, geht in Klausur ins idyllische Hiddensee, um seine Notizen zu ordnen und sich Rechenschaft zu geben über eine 1000 Kilometer lange Wanderung: Er ist den legendären Jakobsweg gegangen, vom Somport Pass nach Santiago de Compostella, weiter bis Finisterre, dem „Ende der Welt“.
 

Aus Tagebuchaufzeichnungen und Erinnerungen wird ein dichter Erzählstrom, der den Leser schnell in seinen Bann zieht. Bilder, Orte, Begegnungen tauchen auf, vergegenwärtigen sich im Rhythmus des Gehens, das die Tage auf dem Pilgerweg bestimmt. Während sich Dörfer und Städte, Herbergen und Unterkünfte hintereinander reihen, weicht allmählich das Chaos der Gedanken und Gefühle und gibt unterschiedlichen Visionen Raum. Als er am Ziel seiner äußeren Reise in Finisterre, dem „Ende der Welt“, am Strand sitzt und auf den Atlantik blickt, wird ihm eine vertiefte Erfahrung zuteil, in der er zu der Quelle des Christentums gelangt.
 

Ruhig, im gemessenen Rhythmus des Gehens und Schauens, fast meditativ, erzählt Zoran Perowanowitsch vom Jakobsweg und nimmt den Leser mit auf eine innere und äußere Reise.

Buchbesprechung: im Radio Zusa

 

Buchbesprechung im Magazin Info3 

CHRISTUS-BEGEGNUNGEN AUF DEM JAKOBS-WEG

Einmal den Jakobsweg bis Santiago de Compostela gehen! In diesem Buch kann das für jeden Wirklichkeit werden. Zoran Perowanowitsch erzählt in fünf Kapitel was ihm in Spanien widerfuhr. Seine Frau sagte ihm zum Abschied, er möge nicht als der Gleiche wiederkommen.
Auf dem Aragonischen Jakobsweg ist noch Unruhe in ihm. „In meinem Anliegen, frei zu werden, verstricke ich mich immer mehr in inneren Vorgängen.“ Mit Mühe erreicht er das einsame Kloster San Juan de la Pena, wo einst der heilige Gral aufbewahrt wurde. An einem Königsgrab entdeckt er ein Rosenkreuz. Weiter wandernd erlebt er Frieden, Sinn und Glück. Oft denkt er über ein zeitgemäßes Christentum nach.
Auf dem Camino Frances beginnt das ständige Kennenlernen, Trennen und Wiedertreffen der Pilger. Als er Sophie begegnet, überrascht ihn ein inneres Wahrbild. In der Meseta erlebt er das Einssein von innen und außen, bis hin zum Kosmos, und reine Aufmerksamkeit: „Als hätten meine Augen zu denken begonnen, strömen Gedanken auf mich zu.“ Als er in Santiago die Pilgerurkunde erhält, ist er erstaunt, nichts zu fühlen; seine Spiritualität ist nicht die kirchliche.
Weiter! Am Meer wird er Sophie etwas sagen.

Wenige Schritte noch über einen Hügel, dann schmilzt der Himmel voller Zartheit hinein ins grenzenlose Meer … Ich bin angekommen.“ Ein Christuserlebnis offenbart ihm geistige Zusammenhänge. Seine Reise vollendet sich am Kap Finisterre.
- Er wird nicht als der Gleiche zurückkehren.
Treffende Metaphern, aufregende Landschaftsschilderungen und oft Sporadisches machen das Buch äußerst lebendig. Schwarz-weiß-Fotos zeigen die karge Schönheit des Weges. Über den Autor selbst würde man gerne mehr erfahren. Sein Buch ist eine außerordentliche Leistung.

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